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Im Gespräch: 3 Fragen an Claudia Weigel.

Dieser Artikel wurde
von Claudia Weigel (Autor)
geschrieben.

„Unsere Gesellschaft ist im Wandel, immer mehr Verbraucher werden durch immer neue Lebensmittelskandale zum Nachdenken angeregt, möchten aber auch selbst etwas tun und Verantwortung übernehmen. Doch auch die Politik ist gefragt.“

Claudia Weigel, ChiliFee
Claudia Weigel, ChiliFee

Frage 1 —
Stell Dich kurz vor, wie heißt Du? Wie lautet Dein Motto?

Mein Name ist Claudia Weigel, ich betreibe gemeinsam mit meiner Familie den Onlineshop für Saatgut www.chilifee.de. Unser Motto ist „Von der Aussaat bis zur Ernte im Rhythmus der Natur“.

Frage 2 —
Was glaubst Du wissen die Menschen über samenfestes Saatgut?

Leider noch viel zu wenig, oftmals werden auch die Begriffe verwechselt. So herrscht schon mal Verwirrung, wie es denn nun richtig heißt. Samenecht? Sortenecht? Samenfest? Sortenrein? Wobei letzteres etwas ganz anderes ist. Auch ist die im Handel übliche Bezeichnung für Hybriden „F1“ für den Kunden nicht selbsterklärend, so dass hier noch viel Aufklärungsarbeit notwendig ist. Dafür ist diese Plattform hier ideal, der Einstieg für den Interessierten ist mit dem regionalen Gedanken perfekt, neben Anbietern für die Produkte gibt es auch hilfreiche und nützliche Angebote rund um Nachhaltigkeit, Vielfalt und vielem mehr.

Frage 3 —
Was hast Du in Zukunft vor, wie machst Du weiter, was erwartest Du bzw. wünscht Du Dir von der Gesellschaft?

Unsere Gesellschaft ist im Wandel, immer mehr Verbraucher werden durch immer neue Lebensmittelskandale zum Nachdenken angeregt, möchten aber auch selbst etwas tun und Verantwortung übernehmen. Doch auch die Politik ist gefragt.

Solange wir Anbieter von alten Gemüsesorten zu aufwändigen und kostenintensiven Sortenzulassungen gedrängt werden und unser Tun als illegal eingestuft wird, schreckt das nur ab. Egal ob auf Bundesebene oder EU-weit, es darf nicht strafbar sein, sich für die Erhaltung unseres lebenden kulturellen Erbes einzusetzen, was es aber vom Gesetzgeber her ist!

Ich persönlich möchte zukünftig noch mehr alte (Lokal-)Sorten aufspüren, anbauen und somit vor dem Vergessen retten. Interessant sind für mich auch traditionelle Rezepte für alte Gemüsesorten. Selbst die Spitzengastronomie entdeckt Pastinake, Stielmus und Co. wieder für sich, jedoch auch die guten alten Hausfrauenrezepte sind es wert, nachgekocht zu werden.