Alte Sorten im Südwesten

Weltweit sind die alten Obst- und Gemüsesorten auf dem Rückzug. Sie werden von modernen Züchtungen verdrängt, die ertragreicher und besser zu lagern sind, oft auch zum Nachteil des Geschmacks. Expert*innen schätzen den Schwund der alten Kulturpflanzen bereits auf 70 bis 80 Prozent. Damit verlieren wir nicht nur eine riesige Vielfalt an Aromen, sondern auch eine wertvolle Genreserve.

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19. Dezember 2021
Der Artikel wurde von Immanuel eingestellt.

wachsende Alblinse

Die Alblinse in Mischkultur mit ihrer Stützfrucht.
Foto: Screenshot

Eine genetische Vielfalt ist wichtig für unsere Zukunft, denn manche alten Sorten kommen besser mit dem Klimawandel zurecht als moderne Züchtungen. Oder sie besitzen Resistenzen gegenüber eingeschleppten Krankheiten.

Manchmal gleicht es fast einem Wunder, wenn eine alte Kulturpflanze nicht ganz verloren geht. In den 1980er Jahren machte sich Landwirt Woldemar Mammel auf die Suche nach den Linsen, die früher auf der Schwäbischen Alb wuchsen. Sie wurden nirgendwo mehr angebaut. Erst im Archiv der ältesten Genbank der Welt, dem Wawilow Institut in St. Petersburg, fand er sie und erhielt etwas Saatgut. Seither wachsen die Linsen wieder auf vielen Äckern der Schwäbischen Alb.

Die Linse von der Schwäbischen Alb, das Spitzkraut von den Fildern, die Kartoffel vom Bodensee. Diese und viele andere alte Sorten sind selten geworden oder sogar fast verschwunden. Doch es gibt mehr und mehr Menschen, die diesen alten Kulturpflanzen wieder eine Zukunft geben wollen.

Der SWR hat darüber in seinem 44-minütigen Beitrag ‚Von den Wurzeln des Geschmacks – Alte Sorten im Südwesten‘ berichtet.

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