Wenn man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, dann kann man sich entweder informieren oder ausprobieren. Oder man macht eine Mischung aus beiden.

Mischung ist gut, da kommen wir doch gleich zum Thema: Mischkultur.

Ich gehöre eher zu den Menschen, die was ausprobieren und schauen was passiert, entweder es geht gut oder es geht nicht gut, lernen daraus tue ich aber in beiden Fällen.

Andi macht das anders, er holt sich zu allererst die benötigten Infos aus Büchern, fragt Leute die sich damit auskennen oder sucht sich alles Wissenswerte im Netz zusammen – auch eine gute Mischung.

Und wieder sind wir beim Thema Mischkultur, dann passen wir zwei beide also auch ganz gut zusammen.

Ok, was schreibe ich euch jetzt über Mischkultur?
Nicht wirklich viel, da ich ja wie Anfangs schon erwähnt, von Tuten und Blasen keine Ahnung habe.

Aber, ich kann euch erzählen, welche Erfahrungen wir bis jetzt mit dem Mischen von Kulturen gemacht haben, anhand unseren 3 Hochbeeten.

Beet No. 1
Besteht momentan aus: Busch-Bohne, Weißkohl, Koriander, Fenchel und Kohlrabi 

Beet No. 2
Besteht momentan aus Spinat, Aubergine und Petersilie

Beet No. 3
Besteht momentan aus Paprika, Tomaten und Gurken.

Bisherige Erfahrungen:

Bis jetzt wächst in Beet No. 1 und Beet No. 2 alles super und aussergewöhnlich schnell, hat sicherlich auch mit der tollen Erde zu tun, diese ist aus einem guten Mix von Kompost, Ziegenmist, Mulch und Bio-Universalerde.

Beet No. 3 schwächelt ein wenig, hier hatten wir nicht mehr so viel Erde und mussten ein wenig improvisieren, nun gut, wir werden sehen wie es sich weiter entwickelt. Ich bin guter Hoffnung.

In allen drei Beeten hat sich von selbst Minze und Baumspinat reingemogelt, die lassen wir teilweise drin oder pikieren sie raus. He, he, sagt man das so? Egal, ihr wisst was ich meine. Also gut, dann werden wir mal sehen, wie es weitergeht.

Hier haben wir auf jedenfall mal eine kleine Tabelle für euch, bei der man toll sehen kann, was passt und was nicht passt.

Als wir diese Plattform gestartet haben ging es uns in aller erster Linie darum, Menschen vorzustellen, die samenfestes Saatgut erhalten und somit die Vielfalt zeigen, die in der heutigen Zeit schon fast vergessen ist. 

Darüber hinaus haben wir angefangen in Form von einem Magazin, Beiträge zu veröffentlichen mit den dazu passende Themen, wie z.B. Anzucht, Anbau oder Anleitungen beim Gemüseanbau. Zusätzlich wollten wir auch einen Schritt weiter gehen und auch kritische Themen ansprechen. Wie zum Beispiel das Insektensterben, die Geschichte mit den Saatgutpatenten oder auch über eine sinnlose Lebensmittelverschwendung.

Warum haben wir das gemacht?
Ganz einfach, wenn man sich für eine nachhaltige Umwelt einsetzen möchte, eigenes Gemüse anbaut, Ressourcen schonend leben will, genau solche Beiträge hin und wieder erscheinen müssen um zu zeigen wie weit weg unsere Gesellschaft immer noch von alle dem ist.

Uppsss….passt das auf unserer Seite oder sind wir da vom Thema weg? Vielleicht zu persönlich?

Ich bin in mich gegangen, habe darüber nachgedacht und bin zu folgendem Entschluss gekommen:
Doch natürlich, gerade und auch solche Themen gehört auf unsere Plattform.

Da draußen passieren Dinge die einfach nicht in Ordnung sind, aber die wenigste sagen etwas dazu, beziehungsweise wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand – und wir wollen was dazu sagen.Punkt.

Also, hier nun ein kurzes Statement.

Ich schreibe fast immer „frei von der Leber weg“ (hat heute jemand zu mir gesagt und ich finde diesen Spruch absolut passend für mich), und ja, das kommt nicht bei jedem gut an. Ok, aber auch damit kann ich leben.
Ich bezeichne mich nicht als Bloggerin, Fachfrau, die alles weiß und alles kann, habe keine journalistische Ausbildung und halte mich auch nicht immer an alle Regeln – zugegeben.

Aber und zum Glück gibt es da draußen dann auch doch noch immer wieder super nette und tolle Feedbacks von Menschen, die uns bestärken in dem was wir tun und was wir sind. Und deswegen machen wir genauso weiter.

In diesem Sinn, haut drauf ;-))

P.S. : Hab mal recherchiert „frei von der Leber weg“ bedeutet unter anderem auch:
Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen.

Also hab ich wohl alles richtig gemacht!

Was macht „Onkel Gustav“ zu einer Besonderheit?

Tomatenvielfalt lässt sich unter verschiedenen Aspekten betrachten. Zwei davon sind für jeden wahrnehmbar: Aussehen und Geschmack. Wir kennen riesige Ochsenherz-Tomaten und kleine Cocktailtomaten. Es gibt Tomaten in den verschiedensten Formen und Farben. Ebenso bietet sich geschmacklich ein breites Spektrum: von süß fruchtig bis würzig säuerlich. Die Tomatenvielfalt ist groß! Diese Vielfalt kann jeder sehen und schmecken.

Andererseits ist es möglich, die Vielfalt auf molekulargenetischer Ebene zu beschreiben. Dazu wurde eine Untersuchung an der Universität Kassel durchgeführt. Diese zeigte, dass die Cocktailtomate ‘Onkel Gustav’ eine Besonderheit ist. Zunächst eine kurze Vorstellung dieser Tomatensorte.

„Onkel Gustav“ – eine alte Familiensorte mit besonderem Geschmack

Onkel Gustav ist eine ertragreiche rote Cocktailtomatensorte, deren zahlreiche Früchte an langen einfachen Rispen oder an sogenannten Doppelwickel wachsen. Diese Cocktailtomate überzeugte schon viele Tomatenliebhaber bei Verkostungen, denn sie hat ein hervorragend würzig-spritzig und sehr fruchtiges Aroma. Ob ‘Onkel Gustav‘ die originale Bezeichnung für diese Tomatensorte ist, lässt sich nicht mehr genau nachverfolgen. Sicher ist, dass es sich um eine altbewährte Familiensorte aus dem Raum Hannover handelt. Sie wurde über viele Jahre hinweg liebevoll kultiviert (vielleicht von Onkel Gustav?) Aber nicht nur der Geschmack ist besonders: ‘Onkel Gustav’ hat auch besondere „innere Werte“!

„Onkel Gustav“ – eine genetische Besonderheit

Im Sommer letzten Jahres stellte Johannes Timaeus im Rahmen eines Tomatenseminars interessante Ergebnisse einer genetischen Analyse vor, die an der Universität Kassel für Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen durchgeführt wurde. Es wurden 15 Erhalter-Tomatensorten genetisch, mittels einer bestimmten Auswahl von Markern, untersucht. Eine bestimmte Anzahl und Auswahl von Genomabschnitten der einzelnen Sorten wurden analysiert und verglichen.

Ziel der Untersuchung war, die biologische Vielfalt auf molekulargenetischer Ebene zu untersuchen und somit die genetischen Distanzen der einzelnen Sorten zu ermitteln. Wie groß sind also die genetischen Unterschiede?

Großer morphologischer Unterschied – geringe genetische Distanz

Interessante Ergebnisse lieferte die genetische Analyse der Tomatensorten ‚Weißes Ochsenherz‘ und ‚Roter Heinz‘ im Vergleich. Der morphologische, also äußerliche Merkmale betreffende, Unterschied der beiden Tomatensorten ist nicht zu übersehen. (siehe Abb.1) Das große ‚Weiße Ochsenherz‘ mit seiner weißgelben Frucht und üppigem  Fruchtfleisch unterscheidet sich optisch in Form, Farbe und Größe enorm von der roten mittelgroßen Salattomate ‚Roter Heinz‘.

Im Gegensatz dazu ergab die Untersuchung, dass diese, optisch so unterschiedlichen Tomatensorten, erstaunlicherweise die geringste genetische Distanz im Vergleich zu allen untersuchten Sorten aufweisen. Das heißt, die beiden Sorten sind sich genetisch gesehen recht ähnlich, obwohl sie so unterschiedlich aussehen.

Abbildung 1: Vergleich der Tomatensorten ‘Weißes Ochsenherz’ und ‘Roter Heinz’: großer morphologischer Unterschied, geringe genetische Distanz

Geringer morphologischer Unterschied – große genetische Distanz

Vergleicht man die Sorten ‘Onkel Gustav‘ und ‘Zaira‘, stellt man fest, dass die optischen Unterschiedezwischen den Früchten beider Tomatensorten nicht so groß sind. Beide Sorten sind rot und klein bis mittelgroß. (siehe Abb. 2) Interessanterweise wurde bei diesem Sortenpaar jedoch die größte genetische Distanz aller untersuchten Tomatensorten festgestellt, obwohl man das nicht unbedingt vermuten würde.

Abbildung 2: Vergleich der Tomatensorten ‘Zaira’ und ‘Onkel Gustav’: geringe morphologische Unterschiede, große genetische Distanz

Diese Untersuchung zeigt, dass sich von äußeren Merkmalen nicht unbedingt die Größe der genetischen Unterschiede ableiten lassen. Deshalb ist es durchaus interessant, die Vielfalt auch auf genetischer Ebene zu beleuchten. Durch die molekulargenetische Untersuchung konnte eine Besonderheit aufgedeckt werden, die man äußerlich gar nicht erkennen konnte.

„Onkel Gustav“ – überrascht mit seiner Genetik

Das interessanteste Ergebnis bezüglich ‘Onkel Gustav’ ist jedoch, dass diese Tomatensorte die größte genetische Distanz zu allen anderen 15 untersuchten Erhalter-Tomatensorten aufweist. Daraus folgt, dass die Tomatensorte ‘Onkel Gustav’ viel zur genetischen Vielfalt (zumindest unter den 15 untersuchten Tomatensorten) beiträgt.

Fazit: „Onkel Gustav“ – eine außergewöhnliche Tomatensorte

Diese köstliche wuchsfreudige Familiensorte ist sowohl geschmacklich als auch genetisch etwas Besonderes. Sie bereichert nicht nur kulinarisch, sondern auch auf molekulargenetischer Ebene unsere Tomatenvielfalt. Deshalb ist sie in jeder Hinsicht erhaltenswert und anbauwürdig. Vielleicht findet sie ja auch einen Platz in ihrem Garten – die Cocktailtomate ‘Onkel Gustav‘ – eine Besonderheit!

Stell Dich kurz vor, wie heißt Du? Wie lautet Dein Motto?

Hallo Zusammen. Mein Name ist Nils, ich bin 19 Jahre alt und gärtnere seit ich klein bin. Meine große Leidenschaft ist der Anbau und Erhalt seltener, samenfester Gemüsesorten. Vor allem Bohnen, Mais und Tomaten haben es mir angetan. Samenkörner sind für mich wie kleine Juwelen mit unfassbarem Potenzial. Das Wunder, dass in jedem noch so kleinen und unscheinbaren Körnchen steckt möchte ich im Laufe meines Lebens so vielen Menschen wie möglich näherbringen.

Dafür habe ich einen YouTube Kanal erstellt auf dem in regelmäßigen Abständen Videos Rund um die Themen Gärtnern, Samengärtnerei, Kochen und vieles mehr erscheinen. Nichts erfüllt mich mehr als andere für die Natur und das was sie hervorbringt zu begeistern.

Was glaubst Du wissen die Menschen über samenfestes Saatgut?

Die wohl häufigste Antwort auf die Frage was samenfestes Saatgut eigentlich ist klingt immer so: Samenfeste Sorten sind nachbaufähig. Das bedeutet wenn man von einer samenfesten Sorte Saatgut nimmt und es im nächsten Jahr wieder aussäht wachsen in der nächsten Saison Pflanzen mit genau denselben Sorteneigenschaften wie die der Eltern heran.

Der für mich wichtigste Unterschied den samenfestes Saatgut im vergleich zu Hybridsorten hat ist, dass man über Jahrzehnte sein eigenes Saatgut ernten und verwenden kann. Ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen.

Was hast Du in Zukunft vor, wie machst Du weiter, was erwartest Du bzw. wünscht Du Dir von der Gesellschaft?

Ich möchte wie eben schon erwähnt so viele Menschen wie möglich für die Natur und das Gärtnern begeistern. Dafür werde ich definitiv weiter auf YouTube und hoffentlich auch bald wieder live mein Wissen weitergeben. Natürlich möchte ich mir aber auch neues Wissen zu dem Thema aneignen. Wo genau das stattfinden wird weiß ich noch nicht. Aber ich bin sicher, dass ich meinen beruflichen Weg in diese Richtung gehen werde.

Ich würde mir wünschen, dass vor allem den Menschen, die jeden Tag alles geben damit wir vor vollen Lebensmittelregalen stehen können wieder mehr Anerkennung entgegengebracht wird. Und auch, dass wir in Zukunft den Wert von guter Nahrung wieder wert schätzen lernen. Dafür müssen sich meiner Meinung nach die Menschen wieder mit dem Ursprung ihrer Nahrung beschäftigen.

Und diese stattfindende Entwicklung versuche ich mit aller Kraft zu beschleunigen 😉

Die Chilifee ist Sortenerhalter beim Verein für Nutzpflanzenvielfalt und bei Arche Noah und engagiert sich, dass alte Sorten nicht aus unseren Gärten und unseren Küchen verschwinden.
Helft mit und zeigt den großen Saatgutkonzernen und unserer Regierung, dass wir mündige Bürger sind und selbstbestimmt entscheiden, was wir essen und welche Vielfalt in unseren Gärten wächst!

„Von der Aussaat bis zur Ernte im Rhythmus der Natur“

Chilifee

Unsere Gesellschaft ist im Wandel, immer mehr Verbraucher werden durch immer neue Lebensmittelskandale zum Nachdenken angeregt, möchten aber auch selbst etwas tun und Verantwortung übernehmen. Doch auch die Politik ist gefragt.

Solange wir Anbieter von alten Gemüsesorten zu aufwändigen und kostenintensiven Sortenzulassungen gedrängt werden und unser Tun als illegal eingestuft wird, schreckt das nur ab. Egal ob auf Bundesebene oder EU-weit, es darf nicht strafbar sein, sich für die Erhaltung unseres lebenden kulturellen Erbes einzusetzen, was es aber vom Gesetzgeber her ist! 

Ich persönlich möchte zukünftig noch mehr alte (Lokal-)Sorten aufspüren, anbauen und somit vor dem Vergessen retten. Interessant sind für mich auch traditionelle Rezepte für alte Gemüsesorten. Selbst die Spitzengastronomie entdeckt Pastinake, Stielmus und Co. wieder für sich, jedoch auch die guten alten Hausfrauenrezepte sind es wert, nachgekocht zu werden.